UEFA Trainer Geldstrafe Verein

UEFA schließt Manchester City für zwei Jahre aus Champions League aus

Sportschau
0

Der englische Meister Manchester City ist von der UEFA wegen jahrelangen Verstößen gegen das Financial Fairplay für die kommenden zwei Spielzeiten aus der Champions League und der Europa League ausgeschlossen worden.

Manchester City wird nicht nur für zwei Saisons aus den europäischen Pokalwettbewerben ausgeschlossen. Der Klub von Trainer Pep Guardiola sowie der deutschen Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro zahlen, teilte die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Freitag (14.02.2020) mit.

Diese Strafe verhängte das unabhängige Finanzkontrollgremium CFCB der UEFA. Die "Citizens" kündigten umgehend an, Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einzulegen. Dieser wäre letztinstanzlich zuständig.

Der Klub habe "schwerwiegende Verstöße" gegen die Regularien begangen, schrieb die UEFA, die das Urteil der verbandseigenen Finanzkontrollkammer veröffentlichte. Zwischen 2012 und 2016 habe der aus Abu Dhabi alimentierte Verein Sponsoreneinkünfte weit über Gebühr bewertet und damit bewusst getäuscht.

Haupteigner des Klubs ist Mansour bin Zayed Al Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Chalifa bin Zayid Al Nahyan.

Das Financial Fairplay (FFP) ist die Fortschreibung des Reglements der Europäischen Fußball-Union UEFA für die Teilnahme an den europäischen Klubwettbewerben. Eine wesentliche Neuerung besteht seit 2015 und betrifft die finanziellen Kriterien, die der steigenden Verschuldung der europäischen Vereine entgegenwirken sollen. Die Klubs müssen im Verlauf der jeweils vergangenen drei Jahre relevante Ausgaben durch relevante Einnahmen mindestens ausgleichen.

Sollte dies nicht der Fall sein, wird zusätzlich das Jahr davor betrachtet, um zu beurteilen, ob zumindest eine positive Entwicklung zu erkennen ist. Die Differenz von Ausgaben zu Einnahmen darf momentan bis zu einem Betrag von 30 Millionen Euro (in drei Jahren) durch private Geldgeber oder Investoren ausgeglichen werden. Vereine, die sich daran nicht halten, können durch die UEFA sanktioniert werden.

Kontrolliert wird das Financial Fairplay durch den "Club Financial Control Body" (CFCB) der UEFA. Es ist eine unabhängige Einheit, die aus der Ermittlungs- und der Bestrafungskammer besteht. Die Verfahrenregeln erlauben es der Ermittlungskammer, Vergleichsvereinbarungen abzuschließen, ohne den Fall an die Bestrafungskammer zu verweisen. Unter der Voraussetzung, dass der Abschluss eine effektive, gerechte und abschreckende Einigung ist. Vergleichsvereinbarungen sind das Ergebnis aus den Verhandlungen zwischen der Ermittlungskammer und den betroffenen Clubs. Nach den Regeln ist die UEFA verpflichtet, das Personal für die CFCB zur Verfügung zu stellen sowie die Infrastruktur und die administrative Unterstützung, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich ist.

Der Verein reagierte in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite "enttäuscht, aber nicht überrascht". Der Fall sei von der UEFA initiiert, von der UEFA juristisch verfolgt und von der UEFA beurteilt worden, kritisierte ManCity. Nach diesem "vorverurteilenden Prozess" werde der Verein nun so schnell wie möglich eine unabhängige Untersuchung anstrengen und als ersten Schritt den CAS anrufen.

Berichte über mögliche Verstöße gegen die UEFA-Finanzregularien gibt es seit geraumer Zeit, verdichtet hatten sich diese durch die die Enthüllungen der Plattform "Football Leaks". Recherchen von NDR und Spiegel Iegten im November 2018 über interne E-Mails und Klubdokumente nahe, wie ManCity systematisch betrogen haben könnte.

Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi - darunter mit Etihad Airways die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate - deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour gezahlt worden sein.

Im Grundsatz soll das Financial Fairplay solche Tricks vermeiden. Die Klubs, die in den Europapokal-Wettbewerben starten, dürfen nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen.

Auch der von Katar mit Hunderten Millionen unterstützte französische Serienmeister Paris Saint-Germain wird immer wieder beobachtet. Bereits 2014 waren beide Klubs zu Geldstrafen verurteilt worden und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen Königsklassen-Bann kamen aber sowohl Paris als auch City herum.

Die UEFA wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln kritisiert. Manchester City ist - sollte der CAS das Urteil bestätigen - das erste Schwergewicht im europäischen Fußball, das für die Champions League gesperrt wird. Der frühere italienische Meister AC Mailand hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League kassiert.

Welche Auswirkungen die City-Strafe für die Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 hat, ist derzeit kaum abzusehen - ob die mit Starspielern gespickte Mannschaft von Guardiola, die im aktuellen Achtelfinale der Champions League auf Real Madrid trifft, beisammen bleibt, erscheint fraglich.



Quelle: Sportschau



Sport Community

sport community

Werde kostenlos Mitglied im Sport Forum

Diskussionen mit Fans zu allen Sportarten und News

Wir freuen uns auf deine Beiträge!

jetzt Anmelden!

Foren und News

Alle Sportarten und mehr