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Stimmen: Olympia verschoben - Das sagen die Sportler

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Das IOC hat beschlossen, die Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zu verschieben. Eine richtige Entscheidung? Die Meinungen von Athleten im Überblick.

Das IOC hat beschlossen, die Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zu verschieben. Eine richtige Entscheidung? Die Meinungen von Athleten im Überblick.

Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul hat die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio als "richtig für alle Sportler" bezeichnet. "Ich hoffe, dass wir alle 2021 die Spiele bekommen, die wir uns erträumen", sagte der 22 Jahre alte deutsche "Sportler des Jahres" von 2019. Der Mainzer hatte bei der Leichtathletik-WM im Oktober in Doha überraschend Gold gewonnen.

Hürdensprinterin Cindy Roleder ist froh, dass der Sport auf die Corona-Krise reagiert hat: "Es ist die einzig richtige Entscheidung, die man treffen konnte. Gesundheit ist das A und O. Wir sind gerade in einer sehr schwierigen Situation, nicht nur wir Sportler, sondern alle Menschen. Deshalb wird der Sport jetzt erstmal hintenangestellt."

DOSB-Athletensprecher Jonathan Koch begrüßt die Verlegung: "Es ist schön, dass die Verantwortlichen beim IOC ein Einsehen haben und sich nun auch solidarisch mit der Weltgemeinschaft zeigen", sagte der frühere Ruderer. "So traurig die Verschiebung für jedes Sportlerherz auch sein mag, ist es doch zu begrüßen, dass der Zwiespalt von Trainingsanforderungen und einem gesamtgesellschaftlich solidarischen Verhalten durch die Entscheidung aufgelöst wird."

Der Verein "Athleten Deutschland" schrieb: "Aufgrund der Ausbreitung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken für alle Beteiligten ist dies der einzig richtige Weg." Die Verschiebung bedeute für viele olympische und paralympische Sportler weltweit "den Aufschub, für manche das Ende eines Traums. Wir möchten sie alle dazu ermuntern, sich nicht entmutigen zu lassen und ihre Ziele weiterzuverfolgen."

Die sechsmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth ist froh über die Verschiebung. "Das ist das, was wir alle gefordert und erwartet haben. Es wurde ja auch ein bisschen emotionaler in den letzten Tagen. Ich hoffe, jetzt kehrt wieder Ruhe ein, und wir besinnen uns auf das Wesentliche", sagte die erfolgreichste Reiterin der Geschichte.

Für Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler war die Verschiebung ein "freudiger Moment". "An dieser Entscheidung haben viele aktiv und am Ende erfolgreich mitgewirkt. Es hat sich gezeigt: Wenn alle an einen Strang ziehen, Athleten und nationale Verbände, dann ist man nicht machtlos", sagte der 28-Jährige.

Der ehemalige Diskuswerfer Robert Harting fand gewohnt markige Worte: "Alles andere als sich der Weltgesundheit zu stellen und den Austragungszeitraum respektvoll anzupassen, würde das IOC zum Straftäter machen. Denn die Vereinten Nationen haben Gesundheit zu einem Menschenrecht erklärt. Dass ein Virus zur Olympia-Verschiebung führt, ist Wahnsinn."

"Es gab keine Alternative", sagte Turner Marcel Nguyen, der bei Olympia schon zweimal Silber gewonnen hat. "Hoffentlich feiern wir alle 2021 ein großes Festival in Tokio - und dieser Unsinn für das Training im Garten ist jetzt zu Ende."

Auch Laser-Weltmeister Philipp Buhl ist erleichtert: "Die Verschiebung auf 2021 ist meine Wunschlösung. Sie bedeutet mehr Zeit, kein Chaos. Weltweit können erst Ruhe und Ordnung einkehren. Dann können wir nächstes Jahr wieder neu aufbauen und vorbereiten."

Die Beachvolleyball-Vizeweltmeister Julius Thole/Clemens Wickler pflichten Buhl bei: "So enttäuschend und hart das auch für jeden Athleten ist, es ist eine alternativlose Entscheidung und genau richtig. Gesundheit geht immer vor. Nun haben alle Athleten Gewissheit und können sich zielgerichtet auf die Spiele 2021 in Tokio vorbereiten."

Die dreifache Bahnrad-Weltmeisterin Emma Hinze bedauert die Entscheidung, findet sie aber auch nachvollziehbar. Für sie persönlich sei es nicht so schlimm, "weil ich noch jung genug bin, auch in den Folgejahren noch an Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Meine Leistungskurve geht noch nach oben. Das trifft andere härter. Aber die Entscheidung ist vollkommen richtig und nachvollziehbar. Der Sport ist wichtig, aber die Gesundheit ist wichtiger."

Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe sagte: "Das war gesellschaftlich unumgänglich. Diese Spiele wären die Hölle für uns gewesen. Wir waren in einem ständigen Dilemma: Auf der einen Seite wollten wir trainieren, auf der anderen unserer Vorbildfunktion in der Gesellschaft gerecht werden und Kontakte meiden."

Die Stuttgarter Turnerin Elisabeth Seitz betrachtet die Entscheidung mit einem weinenden und einem lachenden Auge: "Einerseits bin ich erleichtert, andererseits aber auch traurig. Aber da wir sowieso nicht mehr trainieren konnten, sehe ich die Verschiebung als einzig richtige Entscheidung. Die Qualifikationen hätten ohnehin nicht stattfinden können - die Gesundheit geht jetzt vor."

Der deutsche Ringer Frank Stäbler wird seine Karriere nun international verlängern. "Mein Olympia-Traum ist verschoben - nicht geplatzt", schrieb der 30-Jährige in den sozialen Netzwerken. "Auch wenn es für mich aktuell schwer zu greifen ist, es ist die absolut richtige Entscheidung die Spiele zu verlegen." Der dreimalige Weltmeister wollte seine Karriere eigentlich im August in Tokio beenden. Nun wird er auf jeden Fall weitermachen.

Deutschlands Golfstar Martin Kaymer unterstützt die Entscheidung, Olympia um ein Jahr zu verschieben. "In der jetzigen Situation ist es die absolut richtige Entscheidung", sagte der 35-Jährige. "Wenn man das Große und Ganze betrachtet, was in der Welt zur Zeit los ist, sollte man sich auf andere Dinge konzentrieren, als das größte Sport-Event der Welt auszurichten."



Quelle: Sportschau



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