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Basketball-Bundesliga kämpft gegen Saisonabbruch

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In der Basketball-Bundesliga deutet wegen der Corona-Pandemie viel auf einen vorzeitigen Abbruch der Saison hin. Mehr und mehr Klubs lösen Verträge mit den Profis, die Solidarität innerhalb der Liga bröckelt.

Die entscheidende Sitzung der Basketball-Bundesliga (BBL) ist erst für Mittwoch (25.03.2020) geplant. Doch Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball-Bundes gab am Dienstag schon einmal die Richtung vor: "Ich glaube nicht, dass wir in dieser Saison einen Basketball-Meister küren werden", sagte Weiss.

Aufgrund der Corona-Pandemie pausiert auch die BBL seit zwei Wochen. Eine ganze Reihe von Klubs hat ihre zahlreichen US-Profis auf Wunsch zurück in die Heimat reisen lassen, viele Verträge wurden vorzeitig aufgelöst. Schon allein deshalb rechnet Weiss mit einem endgültigen Abbruch der Bundesliga-Saison: "Man hätte sonst eine Verzerrung des Wettbewerbs."

Dass einige Vereine angesichts der unsicheren Lage wegen der Corona-Pandemie beim Krisenmanagement vorgeprescht sind und Spieler verabschiedet haben, stieß in der BBL-Zentrale auf Unmut: "Die Klubs haben im Alleingang Fakten geschaffen", sagte Geschäftsführer Stefan Holz. Schließlich habe man sich nach der erzwungenen Pause durch die Corona-Pandemie einstimmig auf eine Beschlusslage geeinigt, die Saison wieder aufzunehmen.

"Natürlich sind wir keine Traumtänzer, wir können Szenarien bewerten", sagte der BBL-Geschäftsführer, bekräftigte aber: "Es gibt das Ziel zu spielen, wenn es irgendwie geht."

Die Verantwortlichen der BBL versuchen in einer Videoschalte am Mittwoch zu retten, was zu retten ist. Dass noch alle ausstehenden Hauptrunden-Begegnungen und die Playoffs ausgetragen werden, gilt dabei als nahezu ausgeschlossen.

Vor allem die Topklubs wehren sich aber dagegen, die Saison bereits jetzt komplett abzusagen. Gegenwärtig soll in der Liga ein Vorschlag kursieren, wonach die aktuelle Tabelle eingefroren und dann, wenn Spiele wieder möglich sind, direkt mit den Playoffs begonnen werden soll. Für Vereine aus den Top acht, die dann wegen bereits gelöster Verträge keine wettbewerbsfähige Mannschaft mehr haben, könnten schlechter platzierte Teams nachrücken. Ob es für dieses Modell bei den Beratungen am Mittwoch allerdings eine Mehrheit gibt, ist mehr als ungewiss.

Alle jetzt verfügbaren Optionen bereiten den Verantwortlichen Schmerzen - ein Saisonabbruch, mit dem immer mehr Klub-Vertreter rechnen, wohl die größten. BBL-Geschäftsführer Holz rechnete gegenüber "Bild am Sonntag" je nach Ausgang mit einem Schaden von bis zu 25 Millionen Euro - eine riesige Summe angesichts eines Gesamtumsatzes der Liga von 145 Millionen.

Die zunächst fast ausgeschlossenen Geisterspiele erscheinen dagegen mittlerweile als eine Art "Best-Case". Dann könnten zumindest die Sponsoren und TV-Partner noch bedient werden.

Sollte die Saison tatsächlich fortgesetzt werden können, würde es in den Hallen wohl ein seltsames Bild geben. In Gießen etwa ist abgesehen von Brandon Thomas kein Amerikaner mehr im Kader. Auch in Frankfurt, Göttingen, Hamburg, Vechta, Bonn, Braunschweig, Bayreuth oder Weißenfels hat längst die Abreisewelle eingesetzt.

Rasta Vechta hat nach eigenen Angaben bereits in den "totalen Krisenmodus" geschaltet. "Jeder Cent muss nun zweimal umgedreht werden, damit wir in der Zukunft Jobs erhalten können", sagte Klubboss Stefan Niemeyer. Der Mitteldeutsche BC aus Weißenfels startete ein Crowdfunding. Bonn und Würzburg haben mit den verbliebenen Spielern und Mitarbeitern Kurzarbeit vereinbart, in Crailsheim werden ähnliche Schritte erwogen.

In der Liga-Zentrale soll es bereits Überlegungen geben, das Lizenzierungsverfahren für die nächste Saison anzupassen. Die Klubs müssen in der BBL einen Mindestetat von drei Millionen Euro vorweisen können, dies könnte manchen ohnehin schon von der Coronakrise gebeutelten Klub dem finanziellen Kollaps näher bringen.

Im Falle eines vorzeitigen Saisonabbruchs dürfte wohl auch die Abstiegsregelung angepasst werden. In der zweiten Liga, der Pro A, ist die Saison bereits vorzeitig beendet worden, ohne Absteiger. Chemnitz und Bremerhaven haben ein Aufstiegsrecht für die kommende Saison in der BBL.



Quelle: Sportschau



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