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Coronavirus: Terminkalender 2021 - Olympische Spiele und Fußball-EM bringen andere Veranstaltungen in Bedrängnis

Sportschau
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Die Olympischen Spiele und die Fußball-EM der Männer sind in das Jahr 2021 verlegt worden. Der Sportkalender wird wegen der Coronavirus-Pandemie immer enger, möglicherweise werden nun im kommenden Jahr einige Veranstaltungen weichen müssen.

Nach der historischen Verlegung der Olympischen Sommerspiele von Tokio ins Jahr 2021 wird weiter über den genauen Termin gerätselt. "Das ist nicht nur auf die Sommermonate beschränkt", sagte IOC-Präsident Thomas Bach über das Datum im nächsten Jahr: "Alle Optionen vor und einschließlich des Sommers 2021 sind möglich."

Eigens dafür hat das IOC eine Task Force gegründet. Das Gremium besteht aus Mitgliedern der IOC-Koordinierungskommission sowie vom Organisationskomitee Tokio 2020. In einem ersten Schritt werde die Task Force, so Bach, am Donnerstag (26.03.2020) mit den 33 Sommersportverbänden mögliche Termine besprechen. Der volle Sportkalender für 2021 würde die Aufgabe nicht erleichtern, meinte der IOC-Chef: "Ich denke, wir sollten so schnell wie möglich zu einer Lösung kommen. Aber erste Priorität hat die Qualität dieser Entscheidung."

Dabei bieten ungerade Jahre normalerweise Raum. Keine Olympischen Spiele, keine großen Fußballturniere der Männer - dort haben andere Sportarten Platz für ihre Wettkämpfe. 2021 wird aber kein ungerades Jahr wie jedes andere sein. Der Sportkalender des kommenden Jahres muss einiges leisten und manches aufgeben.

Die EM der Männer soll vom 11. Juni bis 11 Juli 2021 stattfinden, das Coronavirus verhinderte eine Austragung am ursprünglich geplanten Termin im Sommer 2020. Das hat Folgen.

Klub-WM der Männer: Mit dem Turnier wollte die FIFA sehr viel Geld erwirtschaften, nun muss sie den Sommer 2021 räumen. Geplant war das Turnier für den Zeitraum zwischen dem 17. Juni und dem 4. Juli. Die FIFA ließ zuletzt offen, ob das Turnier später im Jahr 2021 oder in einem der beiden folgenden Jahre stattfinden soll. Sollte das Turnier tatsächlich noch im weiteren Verlauf des Jahres 2021 stattfinden, könnte es zu einer Kollision mit den Olympischen Spielen kommen. Auch eine Unterbrechung der nationalen Ligen könnte notwendig werden.

Nations League der Männer: Die Gruppenspiele sind im Herbst 2020 geplant, das Finalturnier für den 2. bis 6. Juni 2021 - zu nah an der EM. In dieser Zeit sollten auch Spiele der europäischen WM-Qualifikation gespielt werden, auch sie müssen weichen.

EM der Frauen: Das Turnier steckt in einem Dilemma, weil die Männer-EM der Veranstaltung massiv Aufmerksamkeit entziehen würde. Eine Verschiebung auf das Jahr 2022 scheint deshalb zunächst logisch, da die WM der Männer bekanntlich im Winter in Katar ausgetragen wird und so im Sommer Platz wäre. Doch auch die Frauen haben Terminprobleme: Bei den Olympischen Spielen spielen meist die besten Spielerinnen, und ab 2021 erhält die Champions League eine Gruppenphase.

Mit den Olympischen Spielen wandert der wichtigste Termin der Leichtathletik in das Jahr 2021. Die Spiele sollen spätestens im Sommer 2021 stattfinden, was für zwei Wettbewerbe von Relevanz sein könnte.

Die WM: Vom 6. bis 15. August sind in Eugene im US-Bundesstaat Oregon die Weltmeisterschaften vorgesehen. Weltverbandschef Sebastian Coe signalisierte schon Bereitschaft für eine Verlegung in das Jahr 2022. Dort wird aber auch der Leichtathletikweltverband genau überlegen müssen, was er mit der Veranstaltung macht. Denn im August 2022 sollen die European Championships in München stattfinden, bei der die Europameisterschaften mehrerer Sportarten ausgetragen werden. Dort gilt es, zeitliche Distanz zu schaffen.

Die Hallen-WM: Diese Veranstaltung im chinesischen Nanjing war schon wegen des Coronavirus in den März 2021 verlegt worden. Sollten die Olympischen Spiele früh im Jahr stattfinden, müsste die Hallen-WM wohl erneut weichen. Auch die Hallen-EM ist im März in Torun (Polen) geplant.

WM: Vom 16. Juli bis 1. August sollen die Weltmeisterschaften in Fukuoka/Japan stattfinden. Ein neuer Termin für die Olympischen Sommerspiele könnte diese Veranstaltung kippen. Ähnliches Problem wie bei der Leichtathletik wäre bei einer Verlegung in das Jahr 2022 die Rücksicht auf die European Championships.

EM: Die teilweise auch in Deutschland geplante Basketball-Europameisterschaft vom 2. bis 19. September 2021 wird den Ligabetrieb erst Ende September möglich machen, so wie es in der aktuellen Saison nach der WM in China geschah. Vier europäische Klubwettbewerbe fordern Flexibilität im Kalender, dieses Jahr ließ die BBL aus Terminnot das Allstar-Spiel ausfallen. Wenn 2021 nun auch noch ein olympisches Turnier hinzukommt, könnte die EM in Frage stehen. DBB-Präsident Ingo Weiss begrüßte zwar die Olympia-Verlegung, sagte aber: "Eine Verlegung der EM würde ich nicht gutheißen."

Die paralympischen Spiele werden ebenfalls in das Jahr 2021 zu verlegt. Für dieses Ereignis gilt es einen Termin zu finden, der Aufmerksamkeit sicher stellt.

Viele olympische Sportarten haben Turniere, die bei einer Terminierung der Olympischen Spiele in den Spätsommer möglicherweise verlegt werden müssen.

Badminton: Im August 2021 soll in Huelvas/Spanien die WM stattfinden.
Turnen: Eine wichtige olympische Disziplin - die im Oktober 2021 ihre WM in Kopenhagen austragen will.
Judo: Österreich ist die Ausrichtung aus finanziellen Gründen entzogen worden, so könnte dem Weltverband eine Verlegung der für Mitte September geplanten WM leichter fallen - falls Olympische Spiele das erforderlich machen sollten.



Quelle: Sportschau



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