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Die Bundesliga kämpft um ein sportliches Saisonende

Sportschau
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Die DFL will den Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga bis zum 30. April ruhen lassen. Der Termin ist nicht zufällig gewählt - denn danach wird es eng für die Saison 2019/20. Es bleiben nur wenige Optionen.

Die Vereine müssen auf einer Mitgliederversammlung am 31. März dem Vorschlag des DFL-Präsidiums noch zustimmen. Doch die Situation angesichts der Coronavirus-Pandemie lässt den deutschen Klubs wohl keine andere Wahl, als der weiteren Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April 2020 zuzustimmen. Der 30. April ist ein Donnerstag. Das folgende Wochenende am 2. und 3. Mai könnte in den Plänen des DFL-Präsidiums also möglicherweise mit Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder genutzt werden, wenn es die Situation "rechtlich zulässt" und wenn es "gesundheitlich vertretbar" ist, hieß es in einer Mitteilung.

Die Fristverlängerung ist ein weiterer Rettungsversuch für die Saison 2019/2020. Und viele weitere bleiben nicht übrig.

Im europäischen und im deutschen Kalender sind folgende Termine übrig geblieben, seit der Spielbetrieb ruht:

Durch die Verschiebung der EM hat der Klubfußball Zeit gewonnen und könnte bis zum 30. Juni spielen. Dieses Datum markiert das Ende vieler Verträge mit Spielern, Sponsoren oder Medien. Wenn die Wettbewerbe über dieses Datum hinaus laufen, wäre das mit einem erheblichen Aufwand bei der Veränderung von Verträgen verbunden. Um vor dem 30. Juni mit allen Wettbewerben fertig zu werden, muss es nach dem 30. April eigentlich sofort losgehen - und zwar richtig.

Alle Wettbewerbe müssten ab dem ersten Mai-Wochenende flexibel am Wochenende und unter der Woche spielen, um ein geordnetes Ende der Saison vor dem 30. Juni hinzubekommen. In der letzten Juni-Woche wären dann alle Entscheidungen zu erledigen: DFB-Pokal-Finale, Endspiele in Europa League und Champions League sowie die Relegation. Verabschieden muss sich der Fußball dann vor allem von der Vorstellung, dass ein Termin Rücksicht auf den anderen nehmen kann.

Doch was passiert, wenn die Lage auch nach dem 30. April nicht einmal Geisterspiele zulässt? Pläne, wie mit einem möglichen Saisonabbruch umgegangen wird, bleiben nach Informationen der Sportschau zunächst in der Schublade. Bevor diese diskutiert werden, ist eine Aufweichung des 30. Junis wahrscheinlicher. Das Datum ist für die DFL wichtig, aber nicht heilig. Die Klubs hätten "einstimmig das Ziel vertreten, die Saison bis zum 30. Juni zu Ende spielen zu wollen", hieß es in der Mitteilung der DFL. Das lässt weiter Spielraum nach hinten.

Das ist der DFL wohl lieber als ein Streit zwischen den Klubs, wie die abgebrochene Saison bewertet wird: Gilt die Hinrundentabelle und Leipzig ist Meister? Oder gilt die letzte Tabelle und die Bayern haben den Titel? Wer steht im Europapokal? Werden Auf- und Abstieg umgesetzt und wenn ja, auf welche Weise? Einstimmige Entscheidungen sind da kaum zu erwarten, der Streit könnte eine Zerreißprobe für die DFL werden. Er wolle die Saison zu Ende bekommen, "auch wenn wir täglich Spiele spielen müssen", sagte Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bei "Bild". Diese Einstellung dürfte für einen Großteil der Klubs gelten.

Auch denkbar ist eine Verkürzung der Europapokalwettbewerbe durch die UEFA auf ein Spiel pro Runde, um Zeit zu gewinnen. Das könnte eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Ligen noch hinter dem ersten Mai-Wochenende und trotzdem ein pünktliches Saisonende vor dem 30. Juni ermöglichen.

Trotzdem muss sich die DFL auch mit dem Szenario eines Saisonabbruchs beschäftigen - denn irgendwann geht es nicht weiter. Am 23. Juli stehen die Hinspiele in der 2. Qualifikationsrunde der Europa League an. Das ist der erste Termin der Saison, an dem ein in der Saison 2019/20 festgelegter deutscher Klub an den europäischen Wettbewerben der Saison 2020/21 teilnehmen soll.

Vorbehaltlich der Tatsache, dass diese Spiele auf irgendeine Weise durchführbar sind, müsste also Gewissheit herrschen, welcher Klub mitspielen darf. Ansonsten müsste man wiederum mit der UEFA über eine Verschiebung dieser Spiele sprechen.

Bliebe noch der Aspekt der Priorisierung. Der deutsche Fußball könnte beispielsweise auf den DFB-Pokal verzichten, um zumindest ein bisschen Zeit zu gewinnen. Finanziell teuer, für die Ligen aber vielleicht erträglich wäre es, sich ausschließlich auf ein sportliches Ende der nationalen Wettbewerbe zu konzentrieren.

Internationale Spiele sind derzeit durch die unterschiedlich ausgeprägte Lage in den Ländern Europas ohnehin schwieriger zu koordinieren. Wenn die Ligen ein Ende finden, weiß man zumindest, wer 2020/21 im Europapokal spielen darf. Den Sieger der Saison 2019/20 nicht ermittelt zu haben, dürfte der kleinere Preis sein.



Quelle: Sportschau



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