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Corona-Absage: Noch wehren sich die Tour de France und Wimbledon

Sportschau
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Noch halten die Organisatoren am ursprünglichen Termin der Tour de France und des Tennisturniers in Wimbledon fest, doch die Rufe nach einer Verlegung werden lauter. In London verdichten sich nun die Zeichen in Richtung Absage.

"Es wäre eine Katastrophe, wenn die Tour nicht gefahren oder erstmal abgesagt wird", sagte Deutschlands Rundfahrt-Star Emanuel Buchmann. Alles andere könne der Radsport ganz gut verkraften, meinte der 27-Jährige - wie die Absagen und Verlegungen von Klassikern wie Mailand-Sanremo oder Rundfahrten wie dem Giro d'Italia: "Aber wenn die Tour ausfällt, wäre das echt schlimm."

Buchmann regt eine Vertagung der "Großen Schleife" an, die am 27. Juni in Nizza beginnen soll: "Vielleicht kann man sie ja auch einen Monat nach hinten verschieben. Es weiß halt niemand, wie die Entwicklung in ein paar Wochen und Monaten aussieht." Was eine Absage wirklich bedeuten würde, könne man nicht abschätzen, sagte Klassikerspezialist John Degenkolb dem ZDF: "In erster Linie wäre es wahnsinnig erschreckend. Aber es stehen im Moment wirklich wichtigere Dinge auf der Agenda. Wenn man die Tour de France absagen muss, um die Pandemie einzudämmen, ist das die absolut richtige Entscheidung - so bitter das auch für den Einzelnen ist."

Die daraus resultierenden finanziellen Folgen wären verheerend, insbesondere für die Teams, sagte Patrick Lefevere, mächtiger Boss der Top-Equipe Quick-Step der Tageszeitung "Het Nieuwsblad": "Wenn es keine Tour gibt, kann das ganze Modell des Radsports zusammenbrechen. Die Teams investieren Millionen in der Gewissheit, dass sie im Sommer mit einem Engagement bei der Tour belohnt werden. Und da mehrere Teams bereits unter dem Druck stehen, Sponsorengelder für 2021 zu finden, wird die Aufgabe im Falle einer Absage nur noch schwieriger."

Mit diesem Worst-Case-Szenario setzen sich die Organisatoren der Tour bislang noch nicht auseinander. "Wir stehen in Kontakt mit der ASO (Tour-Organisator Amaury Sport Organisation, d. Red.)", erklärte Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu auf "France Inter": "Es ist von größter Bedeutung, dass diese Veranstaltung durchgeführt werden kann."

So bleibt Buchmann in dieser "großen Ungewissheit" nur eine Devise: weitermachen. Denn trotz der Corona-Ausgangssperre in seinem Wohnsitz im österreichischen Lochau direkt am Bodensee kann Buchmann zum Radfahren noch raus. "Ich trainiere im Moment auf Form halten und hoffe, dass wir in den nächsten Wochen einen besseren Überblick haben, wie es weitergeht", sagte der Kapitän des deutschen Teams Bora-hansgrohe.

Wie bei der Tour läuft für Wimbledon der Entscheidungs-Countdown unerbittlich. In der kommenden Woche soll bei einer Dringlichkeitssitzung des Veranstalters nun eine Entscheidung über das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt (ab 29. Juni) fallen. Eine Absage deutet sich an, denn eine Verschiebung bringt laut des All England Lawn Tennis and Croquet Club Schwierigkeiten und Risiken mit sich. Ohne Zuschauer werde das Turnier sicher nicht stattfinden.

Die Veranstalter betonten, dass sie in enger Absprache mit den Spielerorganisationen ATP, WTA, dem Weltverband ITF und den anderen Grand-Slam-Turnieren stehen. Die Ausrichter der French Open hatten mit ihrer eigenmächtigen Verlegung von Roland Garros in den Herbst für Kopfschütteln in der Szene gesorgt. Die Spielervereinigungen ATP und WTA haben ihre Spielpausen vergangene Woche bereits bis zum 7. Juni verlängert.

Der Klassiker an der Church Road in London war bislang kriegsbedingt in den Jahren 1915 bis 1918 sowie 1940 bis 1945 abgesagt worden. "Wir arbeiten hart daran, Gewissheit über unsere Pläne für 2020 zu erhalten", sagte Turnier-Geschäftsführer Richard Lewis. Für Tennis-Fans könnte diese Gewissheit traurig ausfallen.



Quelle: Sportschau



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