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Leichtathletik: Stabhochspringer Armand Duplantis im Porträt

Sportschau
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Der Stabhochspringer Armand Duplantis hat innerhalb von sieben Tagen zwei Weltrekorde aufgestellt. Schon jetzt wird er mit Sergej Bubka verglichen.

Als der Stabhochspringer Armand Duplantis noch ein kleiner Junge war, drei Jahre alt oder vier, ist er manchmal mit einem Besenstiel auf das Sofa im Wohnzimmer seiner Eltern gesprungen. Vielleicht hat er dabei schon ein gewisses Talent erkennen lassen, jedenfalls haben ihm seine Eltern irgendwann eine Stabhochsprunganlage in den Garten gebaut. Seitdem hat Duplantis einfach nicht mehr aufgehört zu springen. "Seit ich die ersten Sprünge gemacht habe, wollte ich der Beste werden, der jemals gelebt hat", hat er einmal gesagt.

Und Duplantis, 20, hat Wort gehalten, innerhalb von nur sieben Tagen hat er gleich zwei Weltrekorde aufgestellt. Zunächst ist er im polnischen Toru? 6,17 Meter gesprungen - eine Höhe, die kein anderer Athlet der Welt zuvor erreicht hatte. Und am Samstag (15.02.2020) in Glasgow hat Duplantis, den sie überall nur "Mondo" nennen, gar noch einen Zentimeter draufgelegt. "Das war ein so großartiger Wettbewerb. Es war eine solche Energie, die das Publikum auf mich übertragen hat, und davon lebe ich", sagte Duplantis.

Schon bei der EM 2018 hatte Duplantis Geschichte geschrieben, als er mit 6,05 Metern die Goldmedaille holte. Und ein Jahr später wurde er bei den Weltmeisterschaften in Doha Zweiter, nur Sam Kendricks sprang noch besser. Jetzt gilt Duplantis als Topfavorit für die Olympischen Spiele in Tokio.

Aufgewachsen ist Duplantis im US-Bundesstaat Louisiana. Seine Mutter Helena war einst mit einem Sport-Stipendium aus Schweden an die Louisiana State University gekommen. Vater Greg hat ebenfalls dort studiert, er wurde später Stabhochspringer, seine Bestleistung liegt bei 5,80 Meter. Heute trainieren sie zusammen ihren Sohn, der beide Staatsbürgerschaften besitzt. "Viele Leute glauben ja, dass nur mein Vater die ganze Arbeit hinter den Kulissen macht", hat Duplantis in den vergangenen Tagen oft gesagt, "aber meine Mutter macht genauso viel."

Als Duplantis kürzlich den ersten seiner beiden Weltrekorde aufgestellt hat, hat auch die "New York Times" über ihn geschrieben. Es klang Wehmut mit, dass Duplantis bei Wettkämpfen nicht für die USA antritt: "Duplantis aus Louisiana ist der beste Stabhochspringer der Welt, aber bei den Olympischen Spielen wird er Schweden vertreten statt die Vereinigten Staaten."

Es ist noch gar nicht lange her, da hat Duplantis zu Renaud Lavillenie aufgeschaut. Der Franzose Lavillenie hatte sechs Jahre den Weltrekord gehalten, er war einst 6,16 Meter gesprungen. Irgendwann, Duplantis hatte gerade den Juniorenbereich verlassen, lernten sich die beiden kennen. Es ist eine schöne Geschichte; eine, die es im Sport nur selten gibt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat sie kürzlich aufgeschrieben.

Sie handelt von Duplantis, dem aufstrebenden Athleten, und von Lavillenie, dem Weltrekordler, der dem jüngeren Sportler mit einigem Wohlwollen dabei zugeschaut hat, wie der immer besser wurde und schließlich alle Rekorde brach. Lavillenie nennt Duplantis "Baby" und der nennt Lavillenie einen "alten Mann". Am vergangenen Samstag hat Lavillenie Duplantis eine SMS geschickt. "Hab einen guten Tag, Baby", schrieb er laut der "FAZ". "Aber nicht zu gut."

Überhaupt hat es zuletzt viele Glückwünsche gegeben für Duplantis, die neue Hoffnung des Stabhochsprungs. Auch von Sergej Bubka, der 30 Jahre lang den Weltrekord gehalten hatte, ehe er 2014 von Lavillenie abgelöst worden war. Bubka sagte: "Es ist fantastisch, dass die Leichtathletik solche Talente wie Armand hat."



Quelle: Sportschau



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