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Fußball: Länder beraten am Dienstag über Fanrückkehr in Bundesliga-Stadien

Sportschau
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Bund und Länder streben schneller als geplant eine einheitliche Lösung für die Fanrückkehr in die Fußballstadien an. Die Vereine hoffen auf Klarheit vor dem Start der neuen Bundesligasaison. Hans-Joachim Watzke zeigt sich optimistisch.

Der Eindruck der glückseligen Fans im DFB-Pokal wirkte noch nach, als selbst CSU-Chef Markus Söder einlenkte. Nach wochenlanger Abwehrhaltung sieht der bayerische Ministerpräsident inzwischen "eine Chance" für eine schnelle Rückkehr der Zuschauer in die Fußballstadien. Schon am Dienstag (15.09.2020, 16.00 Uhr) beraten nach ARD-Informationen die Chefs der Staatskanzleien der Länder über eine bundeseinheitliche Lösung, die früher kommen soll als Ende Oktober.

Man wolle in dieser Woche versuchen, einen Kompromiss zu finden für einen Probebetrieb mit Zuschauern, verkündete Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies könne möglicherweise schon zum Start der Bundesliga an diesem Wochenende erfolgen.

Zum Saisonauftakt im Oberhaus werden in vier von neun Stadien mehrere Tausend Fans erwartet. Tendenz steigend. Die Behörden in Leipzig (8.500 Besucher), Frankfurt (6.500), Berlin (5.000) und Bremen (8.500) segneten die Hygienekonzepte der jeweiligen Klubs teils mit Sonderlob ab. "Die Fans haben gefehlt", sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald und sprach von einem "wichtigen Signal."

In Nordrhein-Westfalen könnte noch in dieser Woche eine neue Corona-Schutzverordnung für mehr als nur ein paar Hundert Zuschauer erlassen werden. Das Auftaktspiel bestreitet am Freitag Meister FC Bayern gegen den FC Schalke 04 - in München.

Auch Hans-Joachim Watzke glaubt an eine schnelle Zuschauerrückkehr in der Fußball-Bundesliga. Als Fan "würde ich mir definitiv den Abend frei halten", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund mit Blick auf die Begegnung am Samstagabend (18.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach. Eine Stadionauslastung von "20 Prozent wäre auf jeden Fall verantwortbar", sagte Watzke: "Aber das müssen die zuständigen Leute entscheiden."

Für Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) scheint dieses Szenario ebenfalls möglich: "Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten", sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder an diesem Dienstag ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Länder und einheitliche Regeln an.

Die Öffnung der Stadien dürfe nicht die Öffnung von Schulen und Kitas gefährden, sagte Söder der "Bild" in einem Live-Interview am Sonntagabend. Er bleibe zurückhaltend, der Probebetrieb sei aber möglich. "Wie viele Zuschauer das pro Stadion sind, das muss man noch verhandeln", sagte der Ministerpräsident.

Nach dpa-Informationen halten es mehrere Bundesländer für nötig, bereits bis Mitte September zu Ergebnissen bezüglich Obergrenzen und Kapazitäten zu kommen. Schleswig-Holsteins Regierung will den Vereinen bereits vor Saisonstart Klarheit über die Zuschauersituation verschaffen. "ZDF" und "Handelsblatt" hatten berichtet, dass in der eingesetzten Arbeitsgruppe über eine Auslastungsgrenze von bis zu 40 Prozent der Stadionkapazität gesprochen werden soll. Auch fixe Obergrenzen würden diskutiert.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag lediglich: "Der Auftrag der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin an die Arbeitsgruppe, der gilt weiterhin." Auf die Terminfrage ging er nicht ein.

Ein entsprechender Beschluss könnte auch Grundlage sein für andere Sportarten, die noch viel mehr unter der Corona-Pandemie zu leiden haben als der Fußball.

"Die Rahmenbedingungen sollten dabei grundsätzlich überall gleich sein", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius der "HAZ" (Montag). Eine prozentuale Regelung sei dabei "vernünftig". Es gehe darum, "den Vereinen eine Perspektive zu geben - etwas, woran sie arbeiten können, um wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen."

Die Generalprobe im DFB-Pokal verlief weitestgehend erfolgreich. In Rostock, Chemnitz und Magdeburg jubelten am Sonntag etliche Anhänger auf den Tribünen - auch wenn sich sportlich jeweils die Gäste durchsetzten. Zu den Erkenntnissen gehörte aber auch, dass die Einhaltung der Corona-Regeln hohe Disziplin aller Beteiligten erfordert.

Im Rostocker Ostseestadion, wo der Drittligist Hansa den Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart empfing, waren 7.500 Fans zugelassen. Auf dem gesamten Gelände war das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht, auf den Rängen galten strenge Abstandsregeln. Im Internet verbreitete Videos zeigen, dass diese nicht immer eingehalten wurden. Dennoch: "Es hat Spaß gemacht, wieder eine echte Stadionatmosphäre zu erleben", sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat der dpa.



Quelle: Sportschau



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