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American Football, Quarterback-Generationen unter sich - das sind die Conference-Finals der NFL

Sportschau
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Der Super Bowl ist nur noch ein Spiel entfernt und die Halbfinal-Begegnungen machen zwei Quarterback-Generationen zunächst unter sich aus. Hinter dem Titelverteidiger steht allerdings noch ein großes Fragezeichen.

Während in der NFC mit dem 43-jährigen Tom Brady und Aaron Rodgers (37 Jahre) zwei echte Routiniers aufeinandertreffen, kommt es in der AFC - wahrscheinlich - zum Schlagabtausch zwischen dem 25-jährigen Patrick Mahomes und dem acht Monate jüngeren Josh Allen. Ob der Titelverteidiger Mahomes spielen darf, steht angesichts einer Gehirnerschütterung noch in Frage. Wir wagen einen Blick auf die Begegnungen der Conference-Finals.

Tom Brady trifft auf Aaron Rodgers. Ein Duell, das eigentlich keine geringere Bühne als den Super Bowl verdient hätte. Da Brady allerdings vor der Saison von den New England Patriots zu den Tampa Bay Buccaneers, also von der AFC in die NFC, übergelaufen ist, gibt es dieses Kräftemessen "nur" im Conference-Finale. Das schmälert aber keinesfalls den Unterhaltungswert des Spiels.

Tampa Bay ist nur noch einen Schritt vom Super Bowl entfernt - das gab es zuletzt 2003. Kaum ist der "Greatest of All Time" in der Stadt, sind die "Bucs" wieder im Favoritenkreis auf die Vince-Lombardi-Trophäe. Für die Teilnahme am Finale macht nicht nur die Star-besetzte Offensive und die beste Laufdefensive der Liga Hoffnung, sondern auch die Passverteidigung, die zum Ende der Saison bessere Ordnung fand und in Woche sechs gegen Green Bay bereits gut funktioniert hat. Dort gingen die Packers in Florida im ersten Viertel mit 10:0 in Führung, ab dann punktete nur noch Tampa Bay. Endstand 38:10 für die "Bucs". Dass man sich auf solchen Erfolgen nicht ausruhen sollte, haben die Buccaneers selbst demonstriert. Gegen New Orleans verloren sie beide Duelle in der regulären Saison, in den Playoffs behielt man dann die Oberhand.

Sorgen um das Gastspiel in der "Frozen Tundra", wie das Lambeau Field wegen der kalten Temperaturen auch genannt wird, sollten sich Buccaneers-Fans übrigens nicht machen. Zwar tun sich Teams aus den wärmeren Regionen traditionell schwer in der Kälte, aber Tom Brady ist aus Boston nichts anderes gewohnt. Ein Jahr im "Sunshine State" wird da keinen Einfluss nehmen.

Für Aaron Rodgers wird es das erste Conference-Finale im heimischen Stadion seiner Karriere. Fast schon unglaublich, wenn man bedenkt, dass der 37-Jährige in seiner 16. Saison bereits zum fünften Mal an der Türschwelle zum Super Bowl steht. Seine Statistiken dort schüren nicht gerade die Hoffnungen. 63,5% seiner Pässe in diesen Spielen kamen an, die im Schnitt für 258,8 Yards pro Spiel an Raum gutgemacht haben. Sechs Touchdown-Pässe stehen zudem 7 Interceptions entgegen, lediglich ein Spiel konnte Green Bay gewinnen.

Auch wenn Brady seinen siebten Ring und seinen ersten Titel ohne die New England Patriots anstrebt, Aaron Rodgers hat eine offene Rechnung aus der regulären Saison und mit seiner Halbfinal-Statistik. Selbst ohne den verletzten Left Tackle David Bakhtiari stellt Green Bay eine sehr robuste Offensive Line und Head Coach Matt LaFleur wird Wege finden, um nicht die gleichen Fehler wie in Woche sechs passieren zu lassen.

Prognose: Aaron Rodgers hat in dieser Saison auf MVP-Niveau gespielt und eine offene Rechnung mit den Buccaneers. Es wird ein Geduldsspiel, das die Green Bay Packers am Ende knapp für sich entscheiden.

Während mit Brady und Rodgers zwei alte Hasen die Teilnahme am Endspiel ausfechten, werden in der AFC zwei Youngster aufeinander treffen - zumindest hofft man das. In der Divisional-Round musste Chiefs-Quarterback Mahomes Mitte des dritten Viertels mit einer Gehirnerschütterung das Feld verlassen. Ob der 25-Jährige gegen Buffalo spielen darf, ist noch völlig offen und der klare X-Faktor der Begegnung.

Auch dieses Spiel gab es bereits in der regulären Saison, ebenfalls in Woche sechs. Im strömenden Regen gewannen die Chiefs mit 26:17 gegen die Bills. Seitdem hat Buffalo allerdings nicht nur einen Schritt nach vorne gemacht. Offensiv zieht Quarterback Josh Allen die Fäden und muss im Halbfinale mit der explosiven Offensive der Chiefs mithalten können. Wenn Kansas City mit ihrer schnellen Offensive ins Punkten kommt, muss zwangsläufig eine Antwort folgen.

Die Bills-Defensive hat sich in den vergangenen Wochen in die richtige Richtung entwickelt, allerdings wird es selbst dann für die Verteidigung schwer, wenn Patrick Mahomes nicht spielen sollte. Auf das Laufspiel konnten sich die Büffel in diesem Jahr noch nie verlassen, also ruht die Hoffnung auf Josh Allen und seinen Wide Receivern - allen voran Stefon Diggs. Der hatte in dieser Saison die meisten Receptions und Yards aller Wide Receiver der NFL. Um sich so lange wie möglich im Spiel zu halten gilt hier: Punkten, Punkten, Punkten. Wenn sie ins Rollen kommen, ist für die euphorisierten Bills hier alles drin, die zum ersten Mal seit 1994 in den Super Bowl einziehen können. Auch hier gibt es eine Altlast, die vielleicht für Extra-Motivation sorgt. Buffalo stand zwischen 1991 und 1994 vier Mal im Endspiel - gewonnen wurde keins. Eine Vince-Lombardi-Trophäe fehlt der Franchise also noch.

Es wirkt zwar oft anders, aber eine Football-Mannschaft besteht aus mehr als einem Quarterback. Sollte Patrick Mahomes also nicht aus dem "Concussion Protocol" kommen, dann ist das nicht gleichzusetzen mit dem Ende. Zur Erinnerung, die Philadelphia Eagles haben mit Backup-Spielmacher Nick Foles 2018 sogar den Super Bowl gewonnen. Die mit schnellen und explosiven Stars gespickte Offensive bleibt auch unter Mahomes-Ersatz Chad Henne brandgefährlich und extrem schwer zu stoppen. Zudem wird Head Coach Andy Reid die passenden Stellschrauben drehen, um ein performates Angriffsspiel zu gewährleisten. Dass Chad Henne hochmotiviert ist, hat er bereits in der letzten Woche bewiesen. Nach seiner Interception spielte er beherzt weiter und sicherte den Chiefs den Sieg.

Auf der defensiven Seite hat Kansas City seinen Taktgeber zumindest sicher an Bord. Safety Tyrann Mathieu flutet die Verteidigung mit seiner Präsenz und in der Divisional Round gegen die Cleveland Browns zeigte sich die Defense, als die Chiefs sie am meisten brauchten. Allerdings gelang es dort das starke Laufspiel zu stoppen. Gegen die tiefen Pässe ist Kansas City weiter anfällig, die Mitte des Feldes ist oft zu offen. Dort können sich Chancen für die Bills auftun.

Prognose: Hier kommt es am Ende tatsächlich auf Patrick Mahomes an. Spielt er, gewinnen die Kansas City Chiefs gegen die Buffalo Bills. Sollte Chad Henne übernehmen müssen, wird es ein Tanz auf Messers Schneide.



Quelle: Sportschau



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