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Para-Eishockey Qualifikationsturnier: Lena Schröder - die einzige Frau im Para-Eishockey

Sportschau
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Para-Eishockey ist nur für die Männer im paralympischen Wettkampfprogramm. Es gibt schlichtweg zu wenige Frauen, die den Sport ausüben. Die Norwegerin Lena Schröder kämpft trotzdem um eine Teilnahme ? im Team der Männer.

Wenn die deutsche Para-Eishockey-Nationalmannschaft am Samstag (27.11.2021) um 18.30 Uhr im Paralympics-Qualifikationsturnier gegen Norwegen antritt, werden nur die besonders Aufmerksamen einen Unterschied bemerken.

Auf dem norwegischen Trikotrücken mit der Nummer 29 baumelt die ganze Zeit ein langer, blonder Zopf. Norwegen tritt nämlich bereits seit Jahren mit Lena Schröder in ihren Reihen an - der einzigen Frau im Para-Eishockey der Männer auf Spitzenniveau.

Die 28-Jährige spielt seit 2014 in Norwegens Nationalmannschaft, hat ihre Farben bei den Paralympics 2018 in Pyeongchang vertreten und kämpft in Berlin um ihre zweite Teilnahme. "Natürlich wollen wir den ersten Platz erreichen", erzählt Schröder im Sportschau-Interview: "Aber das Wichtigste ist es, sich für die Paralympics zu qualifizieren." Auch der Zweitplatzierte kann die Taschen für Peking packen.

Angesichts der physischen Härte - Checks sind genauso erlaubt wie im Fußgänger-Eishockey - ist Schröders Konstanz in der Männerdomäne Para-Eishockey umso bemerkenswerter.

"Für mich ist es vollkommen normal mit den Jungs in einer Mannschaft zu spielen", sagt Schröder, die auch in der nationalen Liga in einem Männerteam spielt: "Ich bin genauso Teil des Teams wie jeder andere."

Durch eine Regel, um Frauen im Para-Eishockey zu fördern, darf der Kader von maximal 17 auf 18 Spieler vergrößert werden, wenn eine Frau auf dem Aufstellungsbogen steht. Sowohl Schröder selbst als auch die norwegischen Spieler und Trainer werden aber nicht müde zu wiederholen, dass Lena Schröder den Platz im Kader nicht geschenkt bekommt.

"Lena ist eine unglaublich gute Spielerin. Sie ist extrem vielseitig und macht Norwegen besser, wenn sie auf dem Eis ist", sagt der deutsche Nationalspieler Lucas Sklorz. Im zweiten Spiel trifft er mit Deutschland auf Norwegen mit Schröder: "Das macht die Sache für uns nicht leichter."

Die physischen Unterschiede weiß Schröder auszumerzen: "Ich glaube, meine größte Stärke ist mein taktisches Verständnis und dass ich das Spiel gut lesen kann", sagt sie. Sie sei nicht die schnellste auf dem Eis, eine gute Antizipation umso wichtiger.

So bemerkenswert Lena Schröders Auftreten und Selbstverständnis auch sein mag, sie ist nicht die Erste: Brit Mjaasund, ebenfalls Norwegerin, vertrat ihr Land bereits 1994 in Lillehammer bei den Paralympics.

Sowohl Mjaasund als auch Schröder blieben auch wenige Alternativen, denn es gibt in Norwegen, wie auch in anderen europäischen Ländern keine Frauenteams. So hat Schröder zuletzt vor vier Jahren mit einer europäischen Frauen-Auswahl zusammengespielt. Auf Grund der hohen Reisekosten und fehlender Sponsoren oder Förderer kamen allerdings keine weiteren gemeinsamen Trainingseinheiten oder gar Spiele zustande.

Umso professioneller und mit großer Hingabe jagt Lena Schröder ihren paralympischen Traum. Eigentlich als Ärztin angestellt, hat sie sich in diesem Jahr eine sechsmonatige Auszeit genommen, um die zweite Paralympics-Teilnahme zu sichern. In der Zeit lebt sie einzig und allein vom Ersparten.



Quelle: Sportschau



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